Kategorie: Aktuelles

Behind the Scene: Kinderfotografien mit Lightroom und DeNoise Bilder perfekt entrauschen

Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma

Kinderfotografie ist seit der Geburt meines Sohnes eines meiner Lieblings-Genre in der Fotografie. Einmal im Jahr organisiere ich deshalb ein Kinderfotoshooting nach einem frei gewählten Thema. So sind in den letzten drei Jahren wunderbare Kinderfotos in der Natur entstanden.
In diesem Jahr habe ich mich an ein neues Thema herangewagt. Ein Teil des Fotoshooting entstand in einer großen, liebevoll eingerichteten Landhausküche zum Thema „Gesundes und ungesundes Frühstück“. Ein Traum für mich und meine Familie, soviel Platz und Licht, sodass ich mit meiner Hündin Stella, die farblich mit der Küche harmonierte, am liebsten eingezogen wäre.

Natürliche Hundefotografie in der Landschaft
Für meine Kamera allerdings waren die Lichtverhältnisse leider doch nicht ganz optimal. So musste ich als Fotografin abwägen, wie ich das Fotoshooting mit dem vorhandenen Tageslicht und künstlichem Licht gestalte. Aus Gestaltungs- und Postprocessing-Gründen entschied ich mich gegen zusätzliche Tageslichtlampen. Ich hätte im Raum mehrere Lampenstative aufstellen müssen und der Retuscheaufwand wäre immens gewesen, wenn nicht sogar unmöglich. Da Blitzen nicht meinem Geschmack entspricht (mal davon abgesehen, dass der zusätzliche Blitz die Kamera noch schwerer gemacht hätte), war auch dies keine Option für ein freies Kinderfotoshooting, bei dem es zudem sehr sehr schnell zugehen kann.
Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma
Also blieb nur noch eine Variante: Die Iso zu erhöhen.
Wie immer habe ich mit meinen lichtstärksten 50mm 1.4 und 24-70mm 2.8 Objektiven fotografiert. Um viel Licht zu haben – gerade mit dem 50er Objektiv – habe ich überwiegend eine geöffnete Blende verwendet. Doch auch das reichte nicht, um mit meinen sonst üblichen 100-400er Iso Werten zu arbeiten. Ich musste in der Küche bis Iso 2500 gehen, um verwacklungsfreie Belichtungszeiten zu erhalten. Ein Spagat, der nicht einfach ist, da mit höheren Iso-Werten auch der Autofokus langsamer wird.
Mit meiner letzten Kamera, der Nikon D700, hätte ich diese hohen Iso-Werte niemals verwenden können, da das Bildrauschen nicht retuschierbar gewesen wäre. Mit der neuen D750 konnte ich soweit gehen, allerdings hatte ich leichte Bauchschmerzen dabei. Höher hätte ich nicht gehen können und das Postprozessing war nicht einfach. Ich merkte in der Lightroom-Nachbearbeitung, dass meine bisherigen Einstellungen zur „Rauschreduzierung“ in Kombination mit „Schärfen“ nicht den erwünschten Erfolg brachten.
Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma
So tauchte ich noch einmal tiefer in die Thematik ein und stellte fest, dass ich in meinen Lightroom-Voreinstellungen ein wichtiges Häkchen vergessen hatte. Unter dem Menüpunkt „Vorgaben“ gibt es die Funktion „Standardeinstellungen an den Iso-Wert der Kamera ausrichten“. Ist dieser aktiviert, dann stellt sich die Rauschreduzierung schon beim Hochladen der Bilder automatisch ein (das heißt aber nicht, dass damit das Optimum der Entrauschung erfolgt ist).
Da ich zu diesem Zeitpunkt besagtes Häkchen nicht aktiviert hatte, musste ich die Rauschreduzierung manuell anpassen. Ich musste lange probieren, um die richtige Kombination mit der Schärfe zu finden (je weiter man das Rauschen reduziert, um so mehr verliert das Bild an Schärfe und kann bei Übertreibung auch sehr matschig werden). Wichtig ist, das Bild dabei mindestens auf 100% oder höher zu betrachten. Doch so gut Lightroom das Rauschen bei Bildern bis Iso 800 entfernt, bei Iso 2500 kommt es auch an seine Grenzen.
Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma
Von meiner Bildagentur erhielt ich den Tipp, mit Topaz DeNoise weiter zuarbeiten, nachdem ich mit „DENOISE projects professional“ keine brauchbaren Ergebnisse erzielt habe. Topas DeNoise bewirbt zwar die Software mit einer Schnittstelle zu Lightroom, doch diese ist nicht wirklich komfortabel und kompatibel mit meinem Workflow. So habe ich alle Bilder mit DeNoise als Plugin in Photoshop entrauscht. Das tolle an dieser Software ist, dass sie die Exif-Daten des Bildes ausliest und Entrauschungs-Presets für verschiedene Kameraprofile anbietet. So konnte ich meine Fotografien mit einem Nikon D750-Preset automatisch mit einer eigens angelegten Photoshop-Aktion entrauschen. Dabei habe ich die Funktion aus Lightroom mit dem DeNoise Preset in Photoshop kombiniert. Das Entrauschen von Lightroom war nicht gut genug und die DeNoise-Variante alleine entsprach ebenso nicht meinen Vorstellungen. Erst die Kombination aus beiden war erfolgreich.
Falls du zukünftig auch einmal in die Verlegenheit kommst, mit hohen Iso-Werten arbeiten zu müssen, hoffe ich, dir einen Lösungsweg zur Reduzierung gezeigt zu haben.
Entrauschen mit Lightroom und DeNoise

Iso-Praxistipp:

Vergiss bitte nicht, an deiner Kamera die Funktion „Iso-Automatik“ zu deaktivieren, sodass bei ungünstigen Lichtverhältnissen die Kamera nicht auf zu hohe Iso-Werte umschwenkt. Stelle die Iso lieber per Hand ein.
Oft werde ich auf meinen Fotospaziergängen gefragt, nach welchen Kriterien man die Iso einstellen muss. Hast du sehr schönes Wetter, viel Licht, einen blauen Bilderbuchhimmel, dann reichen 50-200 Iso. Ist es dagegen sehr trübe, dichte Wolken oder du bist in Innenräumen mit wenig oder künstlichem Licht, dann gehe auf ca 400-800 Iso. Die Iso musst du immer dann höher einstellen, wenn bei deiner gewählten Blende die Belichtungszeit so lang werden würde, dass du nicht mehr freihändig fotografieren kannst ohne zu verwackeln (Faustregel: Die Belichtungszeit sollte kürzer als ein 1/80s oder 1/100s sein). Arbeite lieber mit einem Stativ, wenn du die Iso niedrig halten möchtest. Teste deine Kamera darauf, ab welchem Iso-Wert das Rauschen für dich unerträglich wird. Das ist bei jeder Kamera anders. Mache am besten eine Iso-Testreihe von der niedrigsten bis zur höchsten Iso und werte die Bilder anschließend bei 100% Zoom an deinem Bildschirm aus. Dann weißt du in Zukunft, wie weit du gehen kannst … .

Frisch aus der Druckerei: Monatsplaner 2017

Monatskalender 2017 mit Fotoübungen - Sinnliche Naturfotografie

Heute sind meine Kalender für 2017 aus der Druckerei gekommen. In diesem Jahr habe ich ein anderes Papier gewählt, sodass die Farben matt und beruhigend wirken. Ein ganz schlichter, feiner Monatsplaner für 2017, mit Zwischenseiten für deine Notizen. Im zweiten Teil des Kalenders kannst du meinen Artikel „Sinnliche Naturfotografie – Rügen eine Winterreise“ nachlesen. Natürlich sind diese Seiten mit den schönsten Rügen-Fotos illustriert.

Mein Rügen-Planer 2017, für alle die die Ostsee und Rügen lieben und gerne in der Natur fotografieren. Fotoübungen sind natürlich auch enthalten.

Der Kalender ist komplett von mir gestaltet und ich habe eine kleine Auflage mit umweltschonenden Papier drucken lassen.

Jetzt warte ich noch auf die Versandmaterialien. Solange ist mein Monatsplaner noch für 11,00 Euro statt 14,90 Euro (inkl. 19% Mwst) erhältlich.
Gib einfach den Gutscheincode: „alles wird gut! 2017“

Heute mache ich Buchhaltung…

Ich sage ja gerne, das ich Künstlerin bin. Das klingt so wie „ich bin Blond und kann das nicht“ nur viel charmanter. Obwohl ich in vielen Dingen fit bin – WordPress, Photoshop oder Excel  – stehe ich mit allem, was mit meiner Buchhaltung, dem Steuerberater und Finanzamt zusammenhängt, auf Kriegsfuß. Ich werde das in diesem Leben nicht mehr verstehen und daher bin ich um jede Hilfe froh. Aus diesem Grund habe ich auch einen Steuerberater und mache es nicht selbst. Leider komme ich aber um meine Buchhaltung nicht drumherum, wer soll sie machen außer ich selbst?

Bis 2014 habe ich mich auch ganz old school mit vielen analogen Ordnern und Ablagen herumgequält und mich einmal im Jahr für eine Woche eingeschlossen und alles sortiert und für den Steuerberater abgeheftet. Das ging damals noch so, da ich freiberufliche Künstlerin keine Umsatzsteuer abführen musste. Doch seit diesem Jahr sind diese bequemen Zeiten leider vorbei und ich muss monatlich meine Umsatzsteuervoranmeldung machen. Ein Horror, der regelmäßig wieder kommt – wer selbstständig ist, weiß was ich meine :-)

Ein Vorteil hatte aber diese Umstellung: Ich musste mich nach 5 Jahren Selbstständigkeit noch einmal gründlich mit dem Thema auseinandersetzen und überlegen, wie ich einen für mich angenehmen und einfachen Workflow finden kann.

Kontoführung und Überweisungen mit Starmoney

Schon Anfang letzten Jahres 2014 hatte ich angefangen, meine Konten und Überweisungen über Starmoney zu verwalten. Das war schon einmal ein riesiger Fortschritt, da nun meine Kontodaten nicht, wie beim Onlinebanking direkt, nach drei Monaten gelöscht werden und ich nicht auf papierene Kontoauszüge zurückgreifen muss, wenn ich was suche. Und ich musste mich nicht mehr über einen Browser einwählen, sondern kann nun ganz bequem und ohne Zeitdruck mit mobilen Tans überweisen.

Erst diese Woche hatte ich ein Gespräch mit meinem GLS-Bankberater, weil mir ältere Daten aus 2014 fehlten.  Für eine Steuererklärung hätte ich sie digital gebraucht. So fragte ich mich, warum diese bei den Banken nicht langfristig gespeichert werden, wo doch sonst alles gespeichert wird in diesem Land und woanders… Eine erklärende Antwort habe ich nicht erhalten, außer das es nach wie vor nicht geht. Umso wichtiger, dass ich seit letztem Jahr eine digitale Speicherlösung für meine Kontoumsätze habe.

Geschäftskonto bei einer fairen Bank

Wichtig war für mich am Anfang meiner Selbstständigkeit, wo ich als Künstlerin mein Geschäftskonto haben möchte. Mir war eine faire Bank, die sich nicht wie meine vorherige an Lebensmittelspekulationen und anderen dubiosen Finanzgeschäften auf der Welt beteiligt, sehr wichtig, sodass ich mich für die GLS-Bank entschieden habe. Bisher habe ich die Entscheidung nicht bereut, zu einer Bank gegangen zu sein, die leider keine Filiale bei mir vor Ort hat. Dafür waren die Mitarbeiter sehr behilflich, als es darum ging, in meinen Shop eine Bezahl-Lösung für Kreditkarte und Bankeinzug (Sepa) einzubinden und direkt mit dem Bankdienstleister Paymill eine Lösung auszuhandeln. Das Aushandeln hat zwar schlappe drei Monate gedauert, aber am Ende ging es, wenn auch Sepa leider nur für deutsche Kunden…

Einfache Buchhaltung für Künstler

Doch leider ist ein bequemes Onlinebanking mit Starmoney nur die halbe Miete. In Starmoney konnte ich  keine saubere Buchhaltung machen (bzw. so richtig kann ich mich mit der starren Software nicht anfreunden), sodass ich eine andere Lösung brauchte. So kam ich über eine Empfehlung zu Debitoor. Eine Buchhaltungssoftware, die extra für Kleinunternehmer, Selbstständige Künstler gedacht ist. Die Einarbeitung war nicht ganz einfach und mit vielen Hürden behaftet. Heute habe ich einen funktionierenden Workflow, den ich gerne meinen selbstständigen Kollegen und Lesern weitergeben möchte, weil er richtig effizient ist.

PS: Auch wenn das so klingt, nein ich werde nicht von Debitoor für meinen Artikel bezahlt. Ich schreibe diesen Artikel, weil es mich wirklich überzeugt hat und ich anderen Künstlern einen einfachen Buchführungsweg zeigen möchte.

Die Cloud-basierte Software kann nämlich nicht nur Rechnung schreiben, verwalten, mahnen usw. sondern ist gleichzeitig mit den Bankkonten, Kreditkarten und Paypal (über Figo) verbunden.  In der Software kann ich die bezahlte Bestellung mit der Rechnung versehen bzw. eingegangene Rechnungen, die ich bezahlt habe, verbuchen. Er verrechnet gleichzeitig Bankgebühren und Umsatzsteuer. Der Nachteil: Ich mache das alles online und der Upload von Dokumenten z.B. abfotografierte Rechnungen führt manchmal zur Serverproblemen. Auch kann ich leider nicht direkt aus der Software heraus, Rechnungen überweisen, sodass ich hier wieder Starmoney oder meine direkte Bank-App verwenden muss.

Hinweis: Die Einbindung von Paypal in Figo ist noch sehr kompliziert. Du brauchst dafür eine API Verbindung, die du bekommst, wenn du dein Paypal als Geschäftskonto einrichtest. Die Daten findest du unter „Mein Profil“ (oben rechts) -> Profil & Einstellungen -> Verkäufer & Händler -> API Zugriff -> API Signatur anzeigen. Hier findest du deinen Benutzername, Passwort und Unterschrift. Alle drei sehr langen Codes musst du bei Figo eintragen, achte darauf, dass bei Figo das Passwort und die Unterschrift in der Reihenfolge vertauscht sind und es dann zu Fehlermeldungen kommt, die der Support nicht lösen kann :-)

WordPress-Kundenbestellungen und Buchführung

Das alleine ist schon richtig genial. Aber es kommt noch besser. Ich habe auf meiner Webseite einen kleinen Onlineshop, den ich mit Woocommerce und dem deutschen Zusatzplugin Marketpress aufgesetzt habe.

Die Frage war: Wie bekomme ich automatisch meine Online-Bestellungen nach Debitoor? Diese sehr wichtige Frage führte mich über Umwege und viele viele Stunden Arbeit und Ärgernissen  (Debitoor empfiehlt IEX, aber der Support ist sehr schlecht) zu einem kleinen Unternehmen nach Wiesbaden, mit einem sehr netten Support (auf meinen Hinweis hin, wird das Plugin weiterentwickelt :-) ).

Mit dem WordPress Plugin WooRechnung wird nicht nur eine Rechnung als PDF erstellt und automatisch an die Email des Kunden verschickt, sondern die ganze Transaktion zeitgleich nach Debitoor übertragen. Dort muss ich nur noch händisch die Rechnung mit der Bezahlung in einem der Konten (z.B. wenn der Kunde mit Paypal bezahlt) verknüpfen und fertig ist die Buchhaltung.
Meinen Steuerberater kann ich ganz unkompliziert einbinden und wenn ich Hilfe brauche, darf ich Kollegen und Partner zum bearbeiten anmelden. So darf mir mein Mann mit meiner Buchführung helfen, schlau nicht?

Die EU-Mehrwertsteuer für digitale Produkte

Mit diesem neuen Workflow musste ich auch noch mal Verbesserungen an meinem Shop vornehmen. Da ich mittlerweile auch international meine eBooks und Presets verkaufe, brauchte ich zusätzlich ein Plugin für die EU-Regelung zur Mehrwertsteuer. Das betrifft vor allem digitale Produkte wie meine E-Books. WooCommerce EU-Mehrwertsteuer schaltet sich nämlich bei Verkäufen von digitalen (herunterladbaren) Produkten ins EU-Ausland in den Bestellvorgang ein. Es berechnet die in den Endpreisen für Verbraucher enthaltene Mehrwertsteuer dynamisch neu, sobald eine Rechnungsadresse angegeben wird, und weist die enthaltene Mehrwertsteuer anschließend nach dem Steuersatz des Empfängerlandes aus. Aber auch hier musste ich manuell nacharbeiten.

Woocommerce liefert zwar fertige Steuersätze für digitale Produkte mit, aber nicht für Standardprodukte wie meine Schulungen. So musste ich tatsächlich die Steuersätze für die EU händisch eintragen, glücklicherweise gibt es Tabellen von der EU, wo man die MwSt der jeweiligen Länder nachlesen kann.

Seitdem möchte ich in Luxemburg mit 17% MwSt wohnen, zumal eine Flasche Wein hier nur mit 13% MwSt besteuert wird.  Ungarn hat stattdessen mit 27% MwSt den Spitzensteuersatz und ist zusammen mit einem gewissen Victor Orban nicht besonders attraktiv für Europa.

Auch wenn ich wieder dazu gelernt habe, finde ich es nicht kundenfreundlich, dass die Steuersätze manuell eingetragen werden müssen. Denn das darf ich nicht vergessen, natürlich ist das ganze nicht kostenlos und da sollte der Service stimmen.

Was kostet der Spaß?

  • Debitoor 12,- € im Monat
  • WooRechnung 5,- € im Monat
  • Plugin Woocommerce EU-Mwst ca 6,- € im Monat
  • Plugin Woocommerce ca 8,- € im Monat
  • Plugin Landingpages ca 7,- € im Monat
  • Mailchimp Newsletter ca 15,- € im Monat

Das sind ca 50 Eur Kosten im Monat zum reinen technischen Unterhalt der WordPress-Webseite und der angeschlossenen Buchhaltung und Kundenkommunikation (ohne Kosten Provider, Internetanschuß, Steuerberater etc.). Ein Betrag, den ich gerne zahle, wenn es mir viel viel Arbeit abnimmt und für meine Kunden und Leser vorteilhaft ist.

Ganz funkelnagelneu ist mein Chat-Support von Livezilla. Seit ein paar Tagen ist dieser unten rechts auf meiner Webseite online. Die Frage die sich für mich stellt ist, ob er von meinen Lesern zukünftig angenommen wird.  Ich bin gespannt, was die Zeit bringen wird…

Fazit

Dieser Artikel ist ganz schön lang geworden. Wenn du jetzt bis zum Ende gelesen hast, Glückwunsch. Wenn du nicht alles verstanden hast, dann ist das normal. Diese Erfahrungen habe ich die letzten 3 Jahre gesammelt. Ich musste mir den Workflow Schritt für Schritt aufbauen. Hätte ich alle Funktionen, Dienstleister und Abläufe innerhalb eines Jahres machen müssen, wäre ich grandios gescheitert. Manche Monate, z.B. die Geschichte mit meiner Hausbank und Paymill, haben mich schier zur Verzweiflung gebracht, weil nichts ging und mir auch die Hände gebunden waren. Hier brauchte ich viel Geduld und Spucke und eine große Portion Beharrlichkeit. Mal eben so einen Webshop und eine funktionierende digitale Buchhaltung aufbauen ist kein Zuckerschlecken. Ich musste sehr viel telefonieren, um Abläufe zu verstehen und Hilfe konkret anzufragen. Wäre ich technisch mit WordPress und Co nicht so sehr versiert, hätte mich die technische Realisierung viele Euro gekostet. So hat mich die Realisierung nur viel Zeit gekostet.

Wenn du von meinen Erfahrungen profitieren möchtest, dann ruf mich einfach an. Ich helfe gerne mit meinen persönlichen Schulungen weiter…

Vorbestellbar: Monatskalender 2017

Der Monatskalender 2017 widmet sich dem Thema Sinnliche Naturfotografie an der Ostsee. Er enthält wunderschöne Natur- und Landschaftsfotografieaufnahmen von meiner Lieblingsinsel Rügen. Als Schmankerl veröffentliche ich im 2. Teil des Kalenders meinen Artikel "Sinnliche Landschaftsfotografie - Rügen eine Winterreise". Der A5 Fotografie-Monatsplaner ist Kalender, Planer und Notizbuch in einem. Er ist ideal für unterwegs, er passt in jede Handtasche oder Fototasche. Er enthält praktische Monatsübersichten, 12 Monate, 56 Seiten, ausgewählte Foto-Zitate und besondere Fotoübungen. Das Papier besteht zu 100% Recyclingpapier, ausgezeichnet mit blauem Umweltengel. Wir verwenden ungestrichene Papiere, sodass der Kalender gut beschreibbar ist.

Endlich ist es wieder soweit: Mein Monatskalender 2017 ist ab sofort vorbestellbar. In diesem Jahr bin ich schon ein wenig früher dran, im letzten Jahr war es doch ein wenig zu spät. Dafür ist der Kalender für 2017 auch umfangreicher. Statt nur 44 Seiten enthält er 56 Seiten. Zum einen gibt es mehr Zwischenseiten für Notizen und ich habe zusätzlich meinen Artikel „Sinnliche Naturfotografie – Rügen eine Winterreise“ (18 Seiten) mit vielen schönen Ostsee-Fotografien eingefügt. Natürlich sind auch wieder Fotoübungen sowie alle Feiertage und Schulferien enthalten.

Format: Hochformat A5 (148×210 mm), 56 Seiten
Bindungsart: Klammerheftung
Material: Papier, 100 g/qm Recycling Offset weiß
Umschlag: 250 g/qm Recycling Offset weiß
Erhältlich: Ende Mai 2016

Er ist innerhalb Deutschlands versandkostenfrei. International 3,- Eur

Solange wie der Kalender noch vorbestellbar ist, ist er für 11,00 Euro statt 14,90 Euro (inkl. 19% Mwst) erhältlich. Gib einfach den Gutscheincode: „alles wird gut! 2017“ ein.

Picasa stirbt zum 1. Mai 2016

Bildbearbeitung Google stampft Picasa ein  - Was sind gute Alternativen zu Picasa

Google ist immer gut für Hiobsbotschaften. War ich schon vor ein paar Jahren sehr unglücklich darüber, das der Google Reader geschlossen wurde. Jetzt darf das Bildbearbeitungsprogramm Picasa zum 1.5.2016 sterben.

Dabei dürfte mich Picasa gar nicht weiter tangieren, da ich ja meine Fotos ausschließlich mit Lightroom verwalte und bearbeite. Beides wichtige Funktionen, die mir in Picasa nie gefallen haben und einen professionellen Workflow nicht ermöglichen. Im Internet dagegen wird vor allem die Schließung der Picasa Cloud beweint, auch ein Punkt, der mich nicht weiter stört, da ich meine RAW-Dateien nicht in einer Cloud speichern würde. Dafür habe ich ein NAS und wenn dann verwende ich für Kundenprojekte eher die Drobpox oder andere Anbieter.

Trotzdem bin ich über die Schließung nicht sehr glücklich. Denn Picasa hat eine Funktion, die ich liebe und sehr oft verwende: Die Collagenfunktion: Sie geht einfach und schnell und ist unglaublich vielfältig. Sicherlich wird nach der Schließung die Desktop-Version ohne die Cloud weiter funktionieren. Aber für die Zukunft, vll. mit einem neuen Betriebssystem wird die Software wahrscheinlich nicht mehr funktionieren. Alternativen gibt es nicht so wirklich, da sie mich nicht überzeugen. Es gibt online Collagen-Programme wie Canva. Die sind zwar ganz nett, aber sehr langsam und unkomfortabel. Im Browser stürzt Canva gerne ab, sodass aus Spaß schnell zum Frust wird.. Zumal Canva neben dem PC ausschließlich eine iPad-App anbietet und Android-User vernachlässigt.

Natürlich gibt es diverse Collagen Apps. Aber es verlangsamt meinen Workflow, wenn ich meine Fotos zwischen dem PC und meinem Smartpone hin und her schieben muss und zum anderen brauche ich die Collagen in einer hohen Druckqualität. Momentan kann das kein Smartphone mit den derzeitigen Speicher- und Rechenressourcen leisten. Wie oft ist mir schon mein LG G3 abgestürzt, wenn ich mit einem hochauflösenden Jpg arbeiten wollte.

Ich werde Picasa auch deswegen vermissen, weil ich es gerne meinen Fotoschülern empfohlen habe, die nur eine einfache unkomplizierte Bildbearbeitungsmöglichkeit brauchen. RAW-Bilder einlesen, Fotos zuschneiden, fürs Web speichern, in s/w umwandeln oder mit einem Filter bearbeiten ist selbstverständlich möglich. Und wer die Fotografie als Hobby betreibt, braucht auch oft nicht mehr.

Jetzt stellt sich die Frage, was all die Nutzer machen, die mit blogger.com bloggen und Picasa als Bildbearbeitungs- und Verwaltungsprogramm damit verknüpft haben. Jahrelang haben blogger.com und Picasa gemeinsam Werbung für diese Verbindung gemacht und jetzt?

Im ersten Schritt habe ich mir als Sicherung die letzte Picasa-Version herunter geladen. Dabei habe ich festgestellt, das man jetzt schon nicht mehr auf den offiziellen Download kommt und auf Google Fotos umgeleitet wird. So habe ich mir die letzte Version bei der Computerbild herunter geladen….

Ja, was sind gute Alternativen? Ich weiß es nicht und auch in den gleichnamigen Foren und Blogs sind die vorgeschlagenen Lösungen für mich und meine Fotoschüler nicht wirklich eine. Aber warten wir mal ab, schließt sich eine Tür, öffnet sich eine neue. Bis dahin werde ich meine Desktop-Version einfach weiter verwenden. Ein Gutes hat es ja, jetzt kommen keine weiteren Updatefunktionen.

Die Mär vom heilsversprechenden Facebookmarketing

Die Mär vom heilsversprechenden Facebookmarketing

Auf meinen letzten Beitrag zum Thema Facebook habe ich natürlich auch emails erhalten, in der mir geschrieben wurde, das ich das doch mit Facebook nicht machen könnte. Das ich nur dort viel Traffic erreichen könnte. Parallel dazu habe ich erst die Tage einen supertollen Artikel darüber gelesen, warum Facebook das Marketingtool schlecht hin ist, warum man damit machen muss, um Erfolgreich als Selbstständige/r zu werden.
Ich musste ein wenig schmunzeln darüber und es juckte mich wirklich in den Fingern zu Fragen: Wie viele Kunden und welcher Umsatz über Facebook tatsächlich erreicht wurde. Nackte Zahlen auf den Tisch! Was Erfolg überhaupt ist und wie man den definiert. Die Autorin des Artikel verkauft „Erfolgreich“ mit zwei neuen Kundenanfragen. Ja, wenn das Erfolgreich ist….

Aber da man ja sowieso keine reale Antwort erhält und lieber das nachplappert, was schon tausend andere zum Thema Social-Media-Marketing geschrieben haben, ist es müßig.
Meine 10-jährige praktische Erfahrung mit Facebook zeigt eine andere Bilanz und ich möchte erklären, warum man geschäftlich nicht alleine auf Facebook setzen sollte bzw. für sich klären muss, wie viel Marketingbudget man für Facebook ausgeben möchte und was man sich von diesen Fans real erwartet. Denn Facebook ist nicht kostenlos, wie viele denken.

Zwölf gute Gründe, warum Facebook kein erfolgversprechendes Marketingtool ist

  1. „Content ist King“ aber wo auf Facebook? Facebook wird inhaltlich nicht von den Suchmaschinen indiziert und Inhalte können nicht wiedergefunden werden.
  2. Die interne Facebook-Suche sucht nicht nach Inhalten, sodass Inhalte auch nicht gefunden werden.
  3. Facebook begrenzt seine Reichweite, sodass Posts nur von ganz wenigen Followern gelesen werden können.
  4. Facebook-Pages sind nicht mehr von außen ohne Login einsehbar, sodass interessierte Kunden gezwungen werden sich einen Account anzuschaffen.
  5. Inhalte sind nach wenigen Stunden aus der Timeline verschwunden und werden so von den Lesern nicht mehr wahrgenommen.
  6. Die Reichweite von Hashtags ist sehr eingeschränkt. Klickt man einen Hashtag an, werden nur 10 oder weniger Inhalte eingeblendet. Ältere Artikel sind verschwunden.
  7. Leser mögen keine Werbung und Werbeposts werden ganz selten geliked oder geteilt.
  8. User sind privat auf Facebook und haben verständlicherweise wenig Interesse daran, andere beruflich zu unterstützen oder etwas zu kaufen. Gutscheine und Rabatte werden gerne genommen, aber ein Produkt kaufen?
  9. Inhalte mit einem Link ins Internet werden in ihrer Reichweite so sehr beschnitten, dass Leser diese nicht sehen können (Eigene Test haben dies belegt)
  10. Die Inhalte der Timeline werden nicht mehr nach Veröffentlichungsdatum angezeigt, sondern wie wichtig/relevant Facebook sie empfindet.
  11. Facebook fordert nach jedem Post auf, Werbung zu schalten, wenn man möchte, das der Artikel von allen Followern gelesen werden soll.
  12. Als Seitenbetreiber sehe ich nicht mehr in seiner Vollständigkeit, wer meine Seite liked und Posts teilt. Ich sehe nur die Anzahl, aber nicht wer, sodass ich mich bei einem geteilten Post auch nicht bedanken kann.

Faktor Content

Es gibt sicherlich noch mehr Gründe, warum Facebook kein besonders gutes Marketingtool ist. Aber für mich war das Stichwort „Content“ ein ganz wichtiger Grund, Facebook nicht weiter zu betreiben. Mein Content geht nach wenigen Stunden bei Facebook unwiderruflich verloren. Er wird von den Suchmaschinen nicht indiziert. Jede Zeit und jeder Inhalt, den ich in Facebook investiere, unterliegt einer minütlichen Halbwertzeit. Durch die Reichweitenbeschränkung wird mein Inhalt vielen Lesern nicht angezeigt.
Zudem kommt die veränderte Wahrnehmung. Auf einer Webseite ist ein Artikel auch noch nach Monaten oder Jahren relevant, wenn ich mich als Leser für den Inhalt interessiere. Auf Facebook gilt ein Artikel von gestern in meiner Timeline schon nicht mehr als wichtig. Es gibt sich kaum jemand die Mühe, die Timeline zu scrollen – da sich noch weniger Menschen überhaupt die Mühe machen, die Facebook-Fanpage direkt zu besuchen. Es wird nur aus der eigenen Timeline heraus agiert und alles was ich dort aufgrund des Filtermechanismus von Facebook nicht sehe, kann auch nicht kommentiert oder geteilt werden.
Daher ist ein gut geführter Blog bzw. eine Webseite mit aktuellen Inhalten die bessere Marketingstrategie. Alle Inhalte stehen Jahre zur Verfügung, sie werden von den Suchmaschinen indiziert und auf der Webseite kann man selber suchen und filtern. Ich kann konkret auf eine verbesserte Suchmaschinenoptimierung Einfluss nehmen. Alle Inhalte sind Barrierefrei zugänglich und ich muss mich nicht – insofern der Webseitenbetreiber keinen Schutz eingebaut hat, anmelden. Ich bin nicht mehr abhängig von Uhrzeiten, wann auf Facebook besonders viel los ist, um mehr Leser zu erreichen.

Faktor Zeit

Ein ganz wichtiger Aspekt, den viele Vergessen, ist der Faktor Zeit. Ich habe mit Menschen gesprochen, die tausende von Followern haben. Ich fragte mich natürlich wie sie das geschafft haben. Das Geheimnis ist Zeit, viel Zeit. Bekannte Facebookstars verbringen täglich mindestens 8 Stunden und mehr in Facebook und anderen Social-Media-Plattformen. Diese Zeit war ich nicht gewillt zu investieren. Ich möchte lieber Zeit in meine Fotografie und Weiterbildungen als auch in meine Familie investieren und nicht die ganze Zeit und überall abhängig vor meinem Smartphone und Tablet sitzen.

Ein weiterer Zeitkiller ist, das Facebook ständig seine Funktionen verändert. Was heute noch ging, ist morgen auf einmal verschwunden und dafür gibt es eine neue Funktion, die aber kein User versteht. So habe ich mich unlängst als Facebookseitenbetreiberin sehr unter Druck gefühlt, als der Button „Very responsive Badge“, auf deutsch „Hohe Reaktionszeit bei Nachrichten“ eingeführt wurde. Dieser Button wird als Belohnung angezeigt, wenn der Administrator einer Seite bei über 90% der Kommentare innerhalb von 5 Minuten antwortet. Dieser Button kam und ging bei mir, je nachdem wie viel Zeit ich hatte, zu antworten. Aber was hat es mir für einen Nutzen für mein Business gebracht? Nichts. Die Anfragen die ich bekam, hatten meistens nichts mit einem Auftrag zu tun und waren eher privater natur. Geschäftliche Anfragen hätte ich per E-Mail oder Telefon auch viel schneller und persönlicher beantworten können.

Faktor Nachhaltigkeit

Oft wird Facebook als DIE Kommunikationsplattform mit seinen Kunden gepriesen. Doch die Frage ist, worüber möchten sich Kunden dort mit mir austauschen? Was kann ich auf Facebook anders und besser, als auf meiner Webseite? Ich hatte für mich festgestellt, dass ich dort nichts anders oder besser kann. Denn was ist Facebook überhaupt? Eine Plattform auf der viele Zerstreuung und Unterhaltung suchen. Nicht umsonst boomen Katzenvideos und Esotheriksprüche. Informationen werden dort weniger gesucht. Wie kann ich als Selbstständiger dort für Unterhaltung sorgen? Wie kann ich Spaß und Freude auf leichte Kost vermitteln? Ist ein verrücktes Video über mich für meine Arbeit zielführend? Vielleicht ist es amüsant und wird von vielen angeklickt, aber verkaufe ich mich deswegen besser? Wie nachhaltig ist ein Gewinnspiel, eine Verlosung? Gewinnspiele sind oft an Bedingen geknüpft: „Like und teile diesen Post, kommentiere… erst dann wanderst du in den Lostopf“. Nach der Gewinnermittlung entfolgen die meisten User der Seite wieder und löschen den geteilten Post. Der User, der den Preis gewonnen hat, bedankt sich meistens nicht einmal öffentlich für den Gewinn oder schreibt über das Produkt. Was habe ich mit der Marketingaktion erreicht, außer das sie viel Geld und Zeit gekostet hat und der Lohn, nämlich eine gute Empfehlung, ausgeblieben ist? Gewinnspiele sind nicht nachhaltig, was aber für viele Selbstständige wichtig ist.

Faktor Kunde

Drehe ich meinen Blickwinkel und schaue ich als Kundin auf Facebook, habe ich einen anderen Aspekt im Kopf. Es gab schon mal ein, zwei Momente, in denen ich mich über ein Produkt/Dienstleistung großer Firmen geärgert habe. Über die Hotline konnte ich mein Problem nicht klären und auf E-Mails habe ich keine Antwort erhalten. So habe ich als Kundin mein Problem auf der Firmen-Facebookpage direkt gepostet. In allen Anliegen die ich bisher hatte, habe ich daraufhin eine zufriedenstellende Reaktion und Lösung erfahren. Aber nur, weil ich das Problem dort öffentlich und für alle einsehbar gepostet habe. Es ist an sich ein Armutszeugnis für alle Firmen, die erst eine Facebookpage brauchen, um einen Kunden glücklich zu machen.

Ändern wir den Blickwinkel auf unser eigenes Verhalten. Wir sind ja nicht nur Selbstständig und möchten unsere Produkte besser verkaufen, wir sind auch privat auf Facebook unterwegs. Wie verhalten wir uns privat dort? Wie viele Produkte und Dienstleistungen kommentieren und teilen wir? Wenn ich mein Verhalten analysiere, gehöre ich auch nicht zu den Menschen, die bei Facebook posten, wenn ich ein Produkt toll finde. Ich like auch keine bezahlte Werbung.
Letztens hatte ich eine Freundin zu Besuch. Wir haben beide Hunde. Ich erzählte von einer neuen Form der Floh- und Zeckenbekämpfung bei meinem Hund. Wir hatten ähnlich schlechte Erfahrung mit anderen Anti-Zecken-Produkten. Ich erklärte ihr, was ich gefunden habe und das es nach einem Jahr wirklich gut funktioniert. Hätte ich diese Erfahrung bei Facebook gepostet? Eher weniger, warum auch? Ein Großteil meiner Freunde auf Facebook hat keinen Hund. Ich würde stattdessen das Produkt, sofern ich es bei einem Händler wie Amazon gekauft habe, eher dort bewerten, weil ich weiß, dass andere Produktbewertungen mir schon oft geholfen haben. Wieder ein Argument, was ich entkräften kann. Viele Marketing-Spezialisten beziehen sich auf das Empfehlungsmarketing bei Facebook. Die User, die das betreiben bekommen das Produkt entweder geschenkt oder werden dafür bezahlt. Aber welcher Nutzer postet von sich aus regelmäßig, wenn er etwas besonders gut findet? Das wird eher mit Freunden bei einem gemeinsamen Treffen diskutiert. Und wie glaubwürdig ist bezahltes Empfehlungsmarketing?

Warum schreibe ich diesen Artikel?

Mir ist es wichtig, dass man einmal selber darüber nachdenkt, was man wirklich braucht – für sich persönlich und seinen geschäftlichen Bereich. Und wie man sich selber verhält und seine Erwartungen an andere überprüft.

Es gibt unglaublich viele Menschen, die damit ihr Geld verdienen, zu behaupten, man müsse das heutzutage alles mitmachen. Nein, das muss man nicht. Im Gegenteil, oft ist die Zeit, Energie und Kreativität an anderen Orten viel besser aufgehoben und wirken sich erfüllend aus.
Ich würde mir wünschen, wenn es differenziertere Artikel zum Thema „In 7 Schritten erfolgreich als Selbstständiger mit Social-Media“ geben würde. Artikel, die nicht einfach nachplappern sondern ganz individuell auf das Thema eingehen. Ich sage nicht, das Facebook für alle nichts taugt aber auch nicht, das es Heilsbringend für alle ist.

Glaube nicht alles, was sogenannte Social-Media-Experten von sich geben, überprüfe und bilde dir eine eigene Meinung! Und noch wichtiger, mache es selber, probiere dich aus und überprüfe von Zeit zu Zeit deine Einstellungen. Lerne und bilde dich weiter! Gib nicht alles in so genannte Expertenhände. Nur so kannst du wirklich erfahren, was gut für dich und dein Geschäft ist. Alles andere sind Märchen!

7 Tipps zur Hundefotografie

Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma

Hundefotografie – das hört sich so einfach an. Doch das ist es meistens nicht, weil sich der Hund schnell bewegt und der Fotograf sich auf Augenhöhe begeben und ebenfalls schnell beweglich sein muss. Wichtig ist, nicht nur immer wieder zu üben, zu üben und zu üben sondern auch die Technik der Kamera zu beherrschen. Wenn man erst lang an der Blende herumfummeln muss und nicht weiß, wie man diese einstellt, dann ist die schöne Situation meist schon vorüber und das Motiv unwiderruflich verloren. Doch wenn man die Technik beherrscht, dann ist viel Platz für die Kreativität vorhanden und man kann mit dem Hund, dem Licht und der Umgebung spielen. In den nächsten Tagen habe ich dir acht Tipps zusammen gestellt, wie du bessere Hundfotos machen kannst.

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Der wichtigste Tipp gleich zuerst: Gehe mit deinem Liebling auf Augenhöhe. Ähnlich wie in der Kinderfotografie solltest du den Hund nicht von oben fotografieren. Auch wenn das heißt, das du dich ebenfalls in den Dreck legen musst und deine Hose schmutzig wird. Die Fotos die so entstehen, werden all deine Mühe belohnen.
Achte auf einen ruhigen Hintergrund und auf einen geraden Horizont. Am besten aktiviere die Gitterlininenfunktion in deinem Display. Versuche deinen Hund im goldenen Schnitt zu platzieren. Achte darauf wo der Hund hin schaut. Bei einem klassischen Portrait sollte er in die Kamera schauen, bei anderen Fotos kann es spannend sein, wenn der Hund aus dem Bild herausschaut und der Bildbetrachter diesem Blick folgt.

Natürliche Hundefotografie in der Landschaft

Welches Objektiv? Das häng davon ab, was du fotografieren möchtest. Möchtest du den Hund in einer Landschaft zeigen, ist ein Weitwinkel 35mm hilfreich. Für ein klassisches Hundeportrait empfiehlt sich ein 50mm oder auch ein 100mm Objektiv – je nachdem wie nah du den Hund fotografieren willst und wie der Hintergrund aussehen soll. Der Vorteil eines 100mm Objektives ist, dass du aufgrund der Entfernung das Portrait zum Hintergrund gut herausarbeiten kannst. Der Nachteil bei sogenannten Tele- bzw. Makroobjektiven ist, dass diese Bilder schnell unscharf werden, da sie mitunter nicht so schnell fokussieren können. Ein lichtstarkes 50mm Objektiv ist für sich schnell bewegende Tiere oft besser geeignet, vor allem wenn du den Hund in Action fotografieren möchtest.

Natürliche Hundefotografie in der Landschaft

Welche Blende? Möchtest du ein klassisches Hundeportrait mit einem unscharfen, ruhigen Hintergrund fotografieren, dann öffne die Blende je nach Objektiv auf 2.8 oder 3.5. Stelle am besten bei sich schnell bewegenden Hunde den Autofokus ein, sodass die Kamera die Schärfe nachstellst. Fokussiere bei Hundeportraits ähnlich wie bei Menschenportraits immer auf die Augen. Das schönste Hundeportrait ist versaut, wenn die Augen unscharf sind. Der Vorteil von geöffneten Blenden ist das schöne Bokeh im Hintergrund.
Möchtest du den Hund oder mehrere Hunde in ihrer Umgebung zeigen, solltest du die Blende auf Blende 8 – 10 schließen, sodass die Landschaft ebenfalls scharf ist. Beachte aber, dass weniger Licht bei einer geschlossenen Blende einfällt und die Bilder unscharf werden können, weil sich die Belichtungszeit verlängert hat. Hier hilft es dann, entweder die Iso von 100/200 auf 400 oder 800 zu erhöhen. Beachte, je nach Kameramodell ist das Bildrauschen ganz unterschiedlich, bei manchen Modellen verrauschen die Bilder schon ab Iso 800, bei meiner Kamera kann ich unbedenklich bis 2000 gehen. Oder du verwendest ein Stativ, was dann aber dazu führen kann, dass der Hund in seiner Bewegung unscharf wird und die unflexibel in der Bildgestaltung wirst, wenn der Hund durch die Landschaft flitzt. Hunde in der Landschaft würde ich daher möglichst bei guten oder äußergewöhnlichen Lichtverhältnissen fotografieren, während klassische Portraits mit einer geöffneten Blende auch bei Regenwetter oder in der untergehenden Sonne sehr schön zu fotografieren sind.

Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma

Der zu fotografierende Hund ist nicht deiner? Dann mach dich mit dem Hund bekannt. Lass ihn zuerst an deiner Hand schnuppern oder lecken, streichle ihn liebevoll und wenn der Besitzer des Hundes damit einverstanden ist, dann bestich ihn mit ein paar leckeren Hundekeksen. Kein Hund der Welt kann widerstehen und wird dich dafür lieben. Plane genügend Zeit für das Hundeshooting ein. Zwei Stündchen solltest du mindestens Zeit haben, um den Hund aus diversen Perspektiven und Umgebungen fotografieren zu können. Auch solltest du Zeit für Pausen mit Fresschen, Wasser und einem kleinen Hundeschläfchen einplanen. Wusstest du, dass Hunde tagsüber gerne 10-20 Stunden schlafen bzw. dösen?
Arbeite immer mit dem Herrschen des Hundes zusammen: Er hört auf die Kommandos und weiß, was der Hund gerne spielt. Tolle Fotos kannst du so einfangen, wenn das Herrschen/Frauschen beim Fotoshooting mit seinem Hund arbeitet. Möchtest du die Bilder eines fremden Hundes später ins Netz stellen oder sogar verkaufen, dann brauchst du ein Property Release vom Hundebesitzer.

Natürliche Hundefotografie in der Landschaft

Styling: Nicht was du jetzt denkst, du sollst den Hund nicht schminken. Aber es könnte u.U. je nach Rasse hilfreich sein, den Hund vorweg zu bürsten oder die Füße, wenn der Hund zuvor im Dreck gewühlt hat, mit einem Lappen zu säubern. Achte darauf, bei Hunden die von Natur aus gerne sabbern, dass du den Speichel mit einem Lappen wegwischst – vorausgesetzt du möchtest nicht, dass diese Eigenschaft des Hundes portraitiert wird. Achte auf tränende Augen oder saubere Nasen und Ohren.
Verkleide deinen Hund nicht, aber manchmal kann es sehr schön aussehen, wenn der Hund ein farbiges, sauberes Hundegeschirr oder ein schmuckes Halsband trägt. Auch eine optisch schöne Leine kann das Bild sehr aufwerten.
Mache deinen Hund nicht mit Hüten, Brillen und anderen Accessoires lächerlich. Es ist schon erschreckend, welche Bilder von Haustieren ins Internet gestellt werden. Auch wenn das oft lustig aussieht, bezweifle ich, ob es dem Hund immer gefallen hat.

Natürliche Hundefotografie in der Landschaft

Bildmotive: Langweilst du dich auch, wenn du das einemillionste Hundebild in einem Fotografie-Forum siehst? Woran liegt das? Einfach, weil die meisten sich keine Mühe geben, den Hund aus einer außergewöhnlichen Perspektive, einer besonderen Bewegung oder mit einem interessanten Hintergrund und Licht zu fotografieren. Meistens wird von oben herab im Automatikmodus das Tier abgelichtet, oft werden die Tiere noch geblitzt. Was kannst du also besser machen? Überlege dir, wo kannst du den Hund mit einer fotogenen Umgebung ablichten? Möglichst ohne Strassen, Zäune, Pfähle, Autos etc. Wenn du ihn zu Hause ablichtest, achte auf die Umgebung. Was liegt im Zimmer alles herum? Was stört im Bild, wie z.B. ein Fernseher im Hintergrund, Essensreste oder leere Flaschen auf dem Wohnzimmertisch etc.pp? Stimmt das Umgebungslicht? Ist es im Zimmer hell genug? Fotografierst du den Hund draußen im Schatten oder steht der Hund in der prallen Sonne und das Fell wird überstrahlt?
Überlege dir besondere Situationen, die äußerst spannend sind, zum Beispiel wenn dein Hund spielt und dabei in die Luft springt. Wenn er gerade aus dem Wasser kommt und sein Fell ausschüttelt. Geh ganz nah ran und fotografiere nur seine Augen und die Schnauze. Mach ein Detailbild von seinen Füssen oder fotografiere ihn wenn er schläft. Werde kreativ. Was macht deinen Hund aus? Welche Geschichte möchtest du erzählen? Arbeite mit unterschiedlichen Formaten. Ein Hochformat kann in der Hundefotografie das Portrait besonders unterstreichen. Fotografiere im Gegenlicht, achte darauf, das der Hund nicht mittig im Bild sitzt oder die Füße angeschnitten sind.


 

Meine Hündin Stella mit dem Smartphone fotografiert. Meistens bearbeite ich die Fotos mit einem Instagram-Filter und lade die Fotos in der App hoch. Wenn du magst, folge mir dort…

Hunde-Fotografie mit dem Smartphone? Ja, das geht, warum nicht. Der Nachteil von der Smartphonekamera ist, dass du nicht mit der Blende spielen kannst und der Autofokus oft so langsam ist, dass die meisten Hundebilder unscharf werden. Ich mache daher mehrere Fotos hintereinander, ein oder zwei in der Serie werden scharf. Ansonsten musst du bei einem Smartphonebild auf die selben Tipps achten, die ich zuvor geschrieben haben: Besonderes Licht, besonderes Perspektive, besondere Bildidee, dann werden Smartphonebilder genauso gut wie mit einer anderen Kamera auch, nur das du Abstriche an der Bildqualität machen musst und leider nicht mit Unschärfen arbeiten kannst.
Ein Tipp: Arbeite bei einem Hundeporträt mit dem Makromodus und geh ganz dich ran an den Hund, auch dann ist es möglich, mit einem unscharfen Hintergrund zu arbeiten. Wichtig ist nur, dass der Hund stillhält. Werte deine Hundebilder mit einer Bildbearbeitungsapp auf. Ob Instagram, VSCOcam oder Hipstamatic (um nur einige zu nennen), mit den mitgelieferten Filtern (auch Presets genannt) kannst du bestimmte Stimmungen hervorheben.

Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma

Mensch und Hund: Was gibt es schöneres, als den Hund mit seiner Familie zu portraitieren. Oder ein Hund-Kind Foto? Setze den Hund in eine Beziehung. Ob das Kind mit dem Hund spielt oder das Kind den Hund streichelt und lieb hat. Versuche die Beziehung herauszuarbeiten, das ist nicht immer einfach, aber die Mühe zu üben lohnt sich. Wichtig ist dabei, das sich der zu porträtierende Mensch wie der Fotograf auch, auf die Augenhöhe des Hundes begibt. Große Menschen können den Hund auf den Arm nehmen oder sich mit ihm auf die Wiese legen. Die schönsten Foto entstehen, wenn der Hund kleinere Leckerlis bekommt und immer wieder gelobt wird. Arbeite hier mit einer Blende die nicht ganz offen ist, z.B. 4 oder 5. Warum? Wenn Hund und Mensch nicht ganz auf einer Linie/Augenhöhe stehen, werden bei einer Blende von 2.8 oder 3.5 nicht alle Augen scharf. Beispiel: Der Hund sitzt auf dem Schoss seines Herrschen, dann ist der Hund weiter vorne. Wenn du dann auf die Augen des Herrschen fokussiert und die Blende ist ganz weit offen, dann werden die Augen des Hundes unscharf. Daher schließe ein wenig die Blende, auch wenn das bedeutet, das der Hintergrund nicht ganz so verschwimmt wie bei einer weiter geöffneten Blende. Wie weit du schließen musst, das hängt von der Entfernung zum Motiv und dem Objektiv ab. Das musst du vor Ort ausprobieren.

Ich hoffe, du konntest ein paar Tipps für dich und deinen Hund mitnehmen. Achte vor allem immer darauf, dass ihr alle – vor allem der Hund – Spaß an dem Fotoshooting hat. Wenn der Hund an dem Tag keine Lust hat, dann versuche es an einem anderen Tag. In der Kinderfotografie ist es ja ähnlich, auch Kinder kann man nicht zu einem Fotoshooting zwingen. Wenn es mal nicht klappt, schimpfe mit dem Hund nicht. Wie sagt unser Hundetrainer immer so schön „Loben, wenn der Hund alles richtig macht und ignorieren, wenn er etwas nicht gut macht“. Und vergiß das Leckerli nicht!

An dieser Stelle an dickes Dankeschön an meinen Sohn und dem Jack Russel Welpen Eddy und meine Jack-Russel-Mix Hündin Stella, für das tolle Fotoshooting.

Du möchtest mich für ein professionelles Hundefotoshooting buchen? Dann ruf mich  an, ich freue mich auf euch!

Frisch erschienen: C’t Fotografie Spezial Meisterklasse

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Ich freue mich so. Die neue C’t  Fotografie Spezial „Meisterklasse“ 2016  ist erschienen und ich bin mit zwei Artikeln dabei. Du findest von mir in diesem Heft einen Artikel zum Thema „Der eigene Look mit Texturen S. 152 und den Artikel „Zen – die Leichtigkeit der Fotografie“ S. 180.

Ein sehr schönes Heft, indem es mal nicht um Kameratechnik geht, sondern um Fotografie, Bildgestaltung und Kreativität.

PS: Wenn du das Heft vor Ort nicht kaufen kannst, es ist auch online als PDF bestellbar :-)

Warum tue ich mir Facebook noch an?

Natur- und Landschaftsfotografie Workshop

Was bleibt, wenn wir morgen sterben und feststellen, dass wir zuviel Zeit in den sozialen Medien verbracht haben, anstatt sich ganz persönlich mit anderen Menschen auszutauschen, zu diskutieren und gemeinsam ein schönes Essen oder einen Ausflug gehabt zu haben?

Die Frage habe ich mir gestellt, als ich mich an einem Sonntagabend über einen Facebookpost einer unbekannten Dame geärgert hatte und auf dem ich auch noch schriftlich statt persönlich im Gespräch reagieren musste.
Dabei ist das heutige Leben so unruhig. Nicht nur die politischen und wirtschaftlichen Fragen unserer Zeit, die auch mich ganz persönlich betreffen sondern auch Schicksale im Freundeskreis, die zeigen wie zerbrechlich und fragil unser Lebensentwurf ist. Wie schnell sich alles ändern kann, ohne das man darauf viel Einfluss nehmen kann. Und so saß ich spät am Abend vor dem Fernseher und schaute mir eine Reportage über das heutige Rom an. Das Dolce Vita, der morgendliche Espresso, die heißen Alleenstraßen, die von Zypressen gesäumt werden, das Kolosseum, die kühlen Katakomben unter der Stadt und die belebten Straßen in der Nacht. Ich spürte förmlich die Mittelmeersonne auf meinem Gesicht und das Flair dieser Stadt und genoss die Fahrt auf der Vespa mit der Moderatorin so als wenn ich live dabei gewesen wäre. Dabei habe ich die ewige Stadt auf meinen Italienreisen nie besucht, da ich Verkehrslärm und viele Menschen gerne meide. Und gleichzeitig viel mir der Stress mit Facebook ein und ich dachte, warum tue ich mir das noch an? Für wen und warum? Was ist noch an Facebook sozial, war es das überhaupt einmal?

Natur- und Landschaftsfotografie Workshop

Als ich Facebook 2006 kennen lernte, gab es die Plattform noch nicht einmal in der deutschen Sprache. Mindestens weitere drei Jahre war ich dort meist mit Foto- und Blogfreunden verbunden, die ich nicht persönlich kannte, da mein Freundeskreis vor Ort von Facebook noch nie etwas gehört hatte. Damals fühlte ich mich wie eine Außerirdische und fand Facebook irgendwie cool, weil es sich so international anfühlte. 2010 gründete ich mit dem Namen meines damaligen privaten Blogs eine Fanpage und als ich auf meinem Blog die Frage an meine Leser stellte, wer dort Fan werden möchte, ging ein Aufschrei durch alle Kommentare. Trotz aller negativen Reaktionen hatte ich damals schnell 600 Leser, die aber statt zu kommentieren, wie ich das auf meinem Blog gewöhnt war, nur noch mal schnell ein Like hinterließen.

Mit der Eröffnung meiner Fotografie-Page sollte alles anders werden. Aber ich hatte die Rechnung ohne Facebook gemacht. Mit der künstlichen Verknappung von Reichweite und der Ausblendung wer meine Seite liked – und stattdessen täglicher Facebook E-Mails, ob ich nicht Werbung schalten möchte um meine Reichweite zu erhöhen, ging es nicht voran. Von all meinen Lesern kenne ich nur eine Handvoll, die regelmäßig liken und kommentieren. Egal bei welchem Thema. Nicht einmal mein Partner liked meine Posts und als ich ihn erbost ansprach, das er mich doch wenigsten medial unterstützen könnte, sagte zu mir „Ich like nie, egal welche Seite, das findet er dumm und überhaupt, wer weiß ob darüber nicht ein Mißbrauch stattfinden kann“. Von dieser Seite hatte ich das auch noch nicht betrachtet…

Natur- und Landschaftsfotografie Workshop

Natürlich hätte ich auch wie einige meiner Kollegen 10.000 Fans + Likes + Kommentare für ein paar Euro einkaufen können, doch das fühlte sich für mich und mein Business nicht richtig an. Auch wenn das mittlerweile fast alle machen, sah ich nicht den Nutzen. Keiner von diesen – teilweise in Asien computergenerierten Profilen – würde jemals bei mir einen Kurs buchen, ein E-Book kaufen oder sich einfach mal auf einen Kaffee mit mir treffen wollen.

Gleichzeitig erfuhr ich in persönlichen Gesprächen mit meinen Kunden, das die Mehrheit gar nicht bei Facebook ist und wenn doch, mit Facebook nicht allzu viel am Hut haben. Meine letzten Kurse sind größtenteils über diesen Newsletter, meinen Blog, mein Naturfotografiebuch oder über persönliche Empfehlungen zustande gekommen. Aber niemand kam über Facebook und Co. Das ist die berufliche Seite, aber die private sieht nicht besser aus.

Gerade die letzten Monate haben mich sehr geschockt. Ich musste Facebook wirklich meiden, weil ich die politischen Statements, in Verbindung mit Katzenvideos, Werbung, esoterischen Sinnsprüchen und am allerschlimmsten, die bösartigsten Streitereien um Flüchtlinge nicht mehr ausgehalten habe. Wie viele Menschen in den letzten Monaten bei Facebook ihr wahres Gesicht zeigen, wie menschen verachtend viele denken, wie hässlich die Gemeinschaft in allen politischen Lagern ist, ist unerträglich. Und wieder die Frage, was ist an den Social-Medien sozial? Nichts, die einen die mal eine gute Sache erfunden haben, sind heute nur noch auf immer mehr Gewinne aus und die anderen haben eine Plattform gefunden, in der sie sich ohne Achtung vor anderen ausleben können und dabei auch keine Angst vor Konsequenzen befürchten müssen.

Natur- und Landschaftsfotografie Workshop

Auf Facebook wird Krieg geführt! Krieg um Geld und Macht.

Schon vor einem Jahr habe ich darüber nachgedacht, Facebook abzumelden (hier findest du weitere 10 gute Gründe dafür). Doch überzeugten mich andere, dass es doch ein wichtiges Marketinginstrument sei und jeder Fotograf müsste dort vertreten sein.

Nach fast 10 Jahren habe ich mein Konto auf Eis gelegt. Ich möchte lieber reisen, als mich vor den Bildschirm zu setzen und ich möchte lieber die Menschen persönlich kennen lernen. Ich würde mich darüber freuen, wenn wir uns alle wieder persönlich zum Geburtstag gratulieren würden und Feste ohne Facebook-Veranstaltungstool spontan gefeiert werden. Und am allerwichtigsten – ich möchte mich keinen Wettkampf mehr um Likes stellen und mich über die Anzahl meiner Leser definieren. Meine Arbeit ist nicht schlechter, nur weil ich kein Facebook-Shootingstar bin.

Mein Blog und der dazugehörige Newsletter – das ist mein Medium. Seitdem ich im Herbst letzten Jahres die Themen meines Newsletters geändert habe, bekomme ich ganz viel Post. So viele persönliche Geschichten, die mir geschickt werden. Erzählungen bei denen ich Pipi in die Augen bekomme und meine Leser und Kunden auf einer ganz anderen Ebene kennen lernen darf. Ich kann mich nur für das Vertrauen bedanken und ich vermute mal, auf Facebook wird mich niemand vermissen, da es mich ja hier gibt. Viel persönlicher, authentischer und mit ganzem Herzen dabei.

Social-Media-Hype: Lohnt sich der Kauf von Followern für Fotografen?

Wunderst du dich manchmal  über Facebook-Fanpages oder andere Social-Media-Seiten, wenn diese über Nacht berühmt werden? Und du dich fragst, wie konnte das passieren? Wo doch offensichtlich keine Marketingaktionen gestartet wurden, die in der Timeline noch einsehbar sind, noch das die Seite mediale Aufmerksamkeit in anderen Portalen hatte.

Bis vor einiger Zeit war ich noch so naiv und habe mir den Kopf darüber zerbrochen wie das wohl gehen mag. Woher stammte nur diese plötzliche Aufmerksamkeit und ich fragte mich, wie bekomme ich dies wohl auch selber hin?  Ich las viele Artikel mit dem Thema „Wie bekomme ich mehr Fans“ und probierte vieles aus. Aber der Erfolg stellte sich nicht wirklich ein.

Dann allerdings lass ich eines Tages einen Artikel darüber, wie einfach es doch ist, sich für jedes soziale Netzwerk, ganz gleich ob Twitter, Facebook, Instagram oder Pinterest, Follower, Likes und Kommentare zu kaufen. So ganz einfach per ebay oder über Onlineshops.

Wer aufmerksam unterwegs ist, der merkt schnell, ob es bei der Entwicklung eines Bekanntheitsgrades mit rechten Dingen zugehen kann oder nicht (wie du gekaufte Fans erkennst, das kannst du hier nachlesen). Eine Kollegin, die beispielsweise jahrelang nicht mehr als 300 Follower hatte, wurde über Nacht zum „Facebookstar“ mit über 5.000 Followern, Likes und Kommentaren. Ein Blick in die seiteneigene Statistik, die für jeden Follower einsehbar ist, offenbarte den Kauf. Dabei wurde natürlich nicht bedacht, wie unglaubwürdig die ganze Angelegenheit damit gemacht wurde.

Die Frage, die sich nämlich stellt, ist, was wir Fotografen verkaufen möchten und wie wir unser Angebot bewerben können. Die einen setzen auf Fotoshootings, andere auf ihre Fotografien (digital oder gedruckt) andere wiederum auf Workshops, Tutorials und Bücher. Alles sind Produkte, die – sofern man nicht international aufgestellt ist und auf englisch kommuniziert – wohl kaum außerhalb des deutschsprachigen Raumes verkauft werden. Kaufe ich Follower auf der ganzen Welt ein, die nun meine Produkte mit „pretty“ oder „amazing“ kommentieren, muss ich mich fragen, was ich effektiv davon habe. Sie bringen mir keine echten Kunden und ich weiß morgens beim Blick in den Spiegel, das ich nicht einmal über die Lobeshymnen geschmeichelt sein darf.

Hinzu kommt die Problematik, das viele Menschen Facebook und andere Social-Media-Portale wie Instagram oder Pinterest ausschließlich zum privaten Vergnügen besuchen und wenig Interesse an Werbung haben. Schnell kann es passieren, das man wieder entfolgt wird, wenn man zuviel Werbung macht und für den Leser keinen Mehrwert bietet. Für mich als Fotografin war es immer eine Gradwanderung zwischen dem zeigen an Fotografien und Unterhaltung sowie dem Bewerben meiner Dienstleistung. Ersteres hatte oft viele Likes und Kommentare während letzteres kaum Aufmerksamkeit erwarb. Und wie sagte letztens eine Kundin zu mir, nachdem ich sie über ihre Facebookgewohnheiten befragte „Wenn ich einen Fotografen suche und brauche, like ich doch keine Facebookseite sondern gehe zu Google„….

Warum kauft man sich überhaupt Follower?

Wir leben in einer Welt, in der eine Vielzahl an Likes in der Öffentlichkeit definieren, wie erfolgreich man ist. Hat jemand viele Follower, so muss er natürlich zwangläufig ein „gutes Produkt“ haben und so muss man ihm folgen.  Diese angenommene Gesetzmäßigkeit verleitet wiederum dazu, ebenfalls viele Likes besitzen zu müssen, um als Erfolgreich wahrgenommen zu werden.

Was denkst du, wenn du Seiten siehst, die viele Follower haben? Der erste Impuls wird bestimmt sein: „Boah ist der erfolgreich, das möchte ich mit meinem Produkt auch sein„.  Fast jeder von uns möchte erfolgreich und besser als die anderen sein. Sich diesem inneren und äußeren Drang entgegen zu stemmen, ist sehr schwer.

Natürlich gibt es auch Menschen, an denen der Social-Media-Hype gänzlich vorbei geht, die auch nicht auf Marketing angewiesen sind. Aber spätestens dann, wenn man freiberuflich Marketing für sein Produkt und Dienstleistung betreiben muss, ist man nicht mehr vor diesen Gedanken und Gefühlen gefeit. Der finanzielle Druck treibt einen immer weiter an.

Also warum dem Erfolg nicht ein kleines bisschen nachhelfen? Schließlich erzählt doch jeder Marketingratgeber, dass man heutzutage um Social-Media nicht drumherum kommt und es quasi eine Pflicht ist, täglich seine Fans mit gutem Content zu bespaßen. Da ist das Kaufen von Fans doch wesentlich einfacher und kostet nicht viel. Für 59,– Euro beispielsweise bekommt man derzeit bereits 10.000 Instagram Follower.

Warum sich das Kaufen von Likes und Followern nicht lohnt!

Da ich gerne weiß, worüber ich genau schreibe, habe ich natürlich einen Selbstversuch gestartet. Für eine unbekannte Facebookseite habe ich 1.000 Follower gekauft. Ich wollte wissen, was das eventuell für zukünftige Projekte bringt. Um auf Nummer sicher zu gehen, kaufte ich sie bei einem „Tüv-geprüften“ deutschen Shop (inkl. Impressum) in Thüringen mit 100%-iger Garantie, dass die Follower alle aus Deutschland stammen und echte Profile besitzen. Also keine gefakten „indischen Kinderhände“ Profile … :-)

Ich buchte und wartete, aber es geschah nichts. Nach drei Tagen fragte ich höflich nach, was denn nun mit meinen 1.000  Followern wäre, aber ich erhielt keine Antwort. Weitere Tage gingen ins Land und ich wurde ungeduldig. Erst nachdem ich damit drohte, den Banktransfer rückgängig zu machen, kam Bewegung in mein Profil. Wohlweislich hatte ich vor dem Kauf einen Screenshot gemacht, sodass ich genau wusste, wann die 1.000 Follower vollzählig werden. Es gingen zwei Monate ins Land, in denen ca. 800 Follower mein Profil bereicherten. Dabei entdeckte ich darunter viele ausländische Profile, die scheinbar eigens dafür angelegt worden waren. Die 1.000 versprochenen deutschen Follower erreichten meine Seite nie. Stattdessen machte Facebook nach ein paar Monaten eine Aufräumaktion, indem es ungenutzte Fakeprofile löschte. Mit dieser Aktion „verlor“ ich 200 Follower. Am Ende hatte ich von 1.000 gekauften Followern 600 übrig, von denen mehr als die Hälfte aus Asien stammten. Doch was brachten die? Nichts! Kein Like, kein Kommentar, keine Empfehlung, kein Share – Nichts.  Nun, vielleicht hätte ich nicht so geizig sein und Shares und Kommentare gleich mitkaufen sollen.

Hätte ich an dieser Stelle mein Geschäft als Fotografin auf diese Kampagne aufgesetzt, dann wäre ich unweigerlich baden gegangen. Und wenn man einmal ehrlich zu sich selbst ist, was erwartet man eigentlich von asiatischen Fake-Profilen? Das sie die Dienstleistung kaufen? Ein Produkt empfehlen? Und wenn sie es empfehlen, was sollen die Nutzer in Asien damit?

Warum man mit Likes kein Geld verdient!

Parallel dazu recherchierte ich auf der anderen Seite des Geschäftes. Ich meldete mich mit meinem Test-Facebookprofil bei verschiedenen Portalen an, die versprachen, richtig viel Geld mit Likes verdienen zu können. Es war unglaublich, was mich dort erwartete! Pro Like gab es 0,001 Cent. Anfänglich dachte ich noch, dass ich mal eben 1000 Facebookseiten an einem Tag like und das einen ganzen Monat lang machen werde, damit der Rubel so richtig rollt. Doch ich hatte die Rechnung nicht mit den Portalen gemacht. Diese waren reglementiert auf max. 10 Likes pro Tag. Dann war das Kontingent erschöpft und man durfte erst einen Tag später weiter machen. Wenn man aber Pech hatte, dann gab es am nächsten Tag nur 5 Seiten zum Liken oder manchmal auch gar keine. In den zwei Wochen, indem ich diesen Selbstversuch unternahm, kam ich nicht einmal in Sichtweite der Auszahlungsuntergrenze  von 50,– Euro. Diese hätte ich auch nie erreicht … ich habe einmal hochgerechnet, dass ich auf 3,60 Euro in 12 Monaten gekommen wäre… unglaublich nicht?

Mein Fazit

Meine Selbstversuche habe mir gezeigt, dass die Vielzahl an Likes und Followern nicht ausschlaggebend darüber ist, wie erfolgreich man ist. Vor allem wenn man Social-Media beruflich nutzt. Erst letztens habe ich mich mit einem Handwerker unterhalten, der auf Instagram so viele Follower hat, dass man glatt neidisch werden könnte. Das Traurige daran ist jedoch, dass zwar seine Bilder geliked werden, er aber von seinem Geschäft nicht leben kann und auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist. Er verkauft Nichts über Instagram, obwohl er wunderbare Produktfotos veröffentlicht. Erst ein Blick hinter die Kulissen zeigt, wie es wirklich aussieht. Nämlich das Likes etwas vorgaukeln, was real nicht existent ist.

Lass dich also nicht von den vielen Likes verunsichern. Frag dich immer, was es dir bringt. Wie viel Zeit du investieren möchtest und wo es sich wirklich für dich lohnt, Energie aufzubringen. Frage dich vor allem, wer dein Zielkunde ist und ob er überhaupt in den sozialen Medien zu finden ist. Probiere dich aus und wenn du nach zwei bis drei Jahren (ja, das dauert mindestens so lange) merkst, das es nichts bringt, dann lass es. Ich habe meine berufliche Facebookfanpage nach vielen Jahren auf Eis gelegt. Vielleicht aktiviere ich sie irgendwann mal wieder oder auch nicht. Aber für mich war sie in den letzten drei Jahren ein nutzloser Zeitfresser, der mich letztlich nicht zu meinen Lieblingskunden geführt hat. Diese kamen letztlich, ganz banal und konservativ, über das Lesen meines Blogs, meinem Newsletter und über die Mundpropaganda.

„Ganz oldschool“ magst du vielleicht denken. Aber das ist doch egal oder? Hauptsache, deine Lieblingskunden finden dich….

Und auch aus der Sicht des Konsumenten: Schau nicht nur hin, wie viele Likes eine Social-Media-Seite hat. Wie du jetzt weißt, sind viele Likes gekauft, um das Produkt zu bewerben. Es sagt aber nichts über die Qualität des Produktes aus. Hinterfrage und schau dir die Qualität der Inhalte und Kommentare an.