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Die faszinierende Welt der Fotografie

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    Essay: Bildergeschichte: Schwanstein

    Der Schwanstein ist der fünftgrößte Findling auf Rügen und liegt vor der Küste in Lohme. Vor Ort steht am Strand eine Gedenktafel, die die geologische Geschichte des Findlings beschreibt. Gleichzeitig erzählt diese die tragische Geschichte von drei Jungs, die auf diesem Stein in diesem Monat vor 58 Jahren gestorben sind. Vor Ort ist mir beim lesen der Geschichte eine richtige Gänsehaut entstanden, zumal mein Sohn nur wenige Meter davor mit viel Spaß Steine ins Meer geworfen hat. Noch von der Geschichte beeindruckt, bin ich wenige Meter später  auf den nassen Steinen an der Küste ausgerutscht und habe die Steinstrandwanderung mit einem kaputten Knie aufgegeben. Auf dem Weg die Steilküste wieder hinauf, konnte ich von oben auf den Schwanstein schauen und dachte dabei an die traurige Geschichte der drei Jungen. Es ist kaum vorstellbar, liegt der Stein doch nur wenige Meter vom Strand entfernt im Wasser und heute schien die Sonne auf den Stein und das Meer war glatt wie ein Spiegel. Das es um dieses Jahreszeit auch anders aussehen kann und ich Fotowanderungen aufgrund von Schnee und Eis aufgeben musste, habe ich im letzten Winter auf Rügen erlebt. Und während ich auf den Schwanstein schaute, schwammen drei wunderschöne Salzwasserschwäne auf den Stein zu. Was für ein schönes Bild für die drei Jungs, die dort ihr Leben lassen mussten. Jetzt werden ihre Seelen von den Schwänen bewacht…

    Die Tragödie um den Findling Schwanstein von Lohme
    Am 13. Februar 1956 ereignete sich auf dem Schwanstein eine schreckliche Tragödie. 2 Kinder aus dem damaligen Lohmer Kinderheim und ein Junge aus dem Dorf gingen auf die leicht zugefrorene Ostsee.
    Als plötzlich ein orkanartiger Sturm aufkam und das Eis brechen ließ, suchten die Kinder Schutz auf dem Schwanstein. Von Land aus beobachtete der Fischersohn Freese die Kinder auf dem Findling und alarmierte den Wachtmeister von Lohme, der umgehend Hilfe anforderte.
    Der Stein ist bei ruhigem Meer etwa 20m vom Ufer entfernt. Einheimische Fischer, Grenzsoldaten aus Lohme, Sowjetische Soldaten aus Ranzow und weitere Hilfskräfte gelang es nicht sich gegen den starken Sturm und die hohe Brandung der Ostsee durchsetzen. Am frühen Morgen des 14. Februar 1956 herrschte dann Windstille und die Sonne schien. Erst jetzt gelang es die 3 zu einem Eisblock erstarrten Kinder zu bergen. Die Kinder wurden auf dem Friedhof von Nipmerow beerdigt. Auf Initiative von ehemaligen Kindern des Kinderheimes Lohme wurde nach 39 Jahren das Grab am 14.Februar 1995 mit einem Grabstein versehen.

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    Essay: Das 50-mm-Experiment

    Irgendwann ist alles vorbei, auch das kleine, ganz persönliche 50-mm-Experiment, das ich in den letzten zwei Wochen gemacht habe. Inzwischen bin ich glücklich mit all meinen Objektiven wieder vereint, ich habe also wieder die totale Auswahl, bzw. Qual der Wahl. Ich muss auch ganz ehrlich zugeben, dass ich das ein oder andere Schätzchen in den letzten zwei Wochen vermisst habe. So fehlte mir bei einigen Food, bzw. Stillleben-Fotos doch irgendwie mein geliebtes 90mm. Ich konnte oft genug nicht so nahe an mein Motiv ran, wie ich es gerne gehabt hätte und bei einigen anderen musste ich mich verrenken, um zu vermeiden, unerwünschte Details im Hintergrund oder die Tischkante mit abzufotografieren.  Aber gerade das hat ein oder zweimal zu einem kreativen Schub geführt.

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    Essay: Sommerfeeling

    Sommerfeeling pur – wir genießen den Sommer, vielleicht sogar ein wenig zu sehr. Wer auch nicht? Wer weiß, wie viel vom Sommer übrig ist? Dabei habe ich mir so viel vorgenommen, aber irgendwie kommt mir immer wieder der Sommer dazwischen. Ja, ich habe letzte Woche versucht, vernünftige Food-Fotos mit dem 50mm und den begrenzten Mitteln zu machen, die mir hier zu Verfügung stehen, aber sonst…? Die Sonne ruft, die Wärme lockt und es fällt mir schwer, drinnen und vor dem Rechner zu bleiben. Wenigstens kann ich mich mit meinem 50mm-Experiment herausreden, das durchgezogen werden will. Ich finde, das ist eine sehr gute Ausrede. Obwohl es wissenschaftlich erwiesen ist, dass Sommer zu Faulheit führt. Jetzt einmal ernsthaft, es gibt, so komisch es kingt, eine Studie  darüber, dass im Sommer das Gehirn quasi welkt. Sonne, schönes Wetter und Wärme führen dazu, dass man weniger produktiv arbeitet, weil – und das Ergebnis ist eine Riesenüberraschung – man sich nach draußen sehnt. Man könnte nun natürlich auch fragen, wieso man eine Studie für etwas braucht, was man auch mit gesundem Menschenverstand und aus eigener Erfahrung erklären könnte…

    Nun, wie dem auch sei, ich fotografiere gerade vermehrt draußen. Und das sollte ich auch. Es tut mir nicht nur gut, mich im Freien und an der frischen Luft zu bewegen, sondern auch, im Freien zu fotografieren. Ich habe mich ein wenig festgefahren, was die fotografischen Motive angeht. Landschaften und Food sind wirklich schön, aber sie bewegen sich nicht. Man kann in aller Ruhe die Kamera einstellen, fokussieren, korrigieren und damit sogar den ganzen Tag verbringen. Nun aber fotografiere ich bewegte Motive.

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    Essay: Über Food-Fotografie, Zen und ein Glas Wasser

    Dass ich mich für die Food-Fotografie begeistere, wissen sicher vielleicht wahrscheinlich einige von euch. Aber warum mache ich das? Denn wenn ich es genauer betrachte, ist die Food-Fotografie ein fotografisches Genre, das ich eigentlich furchtbar finden sollte. Ja, eigentlich sollte ich sie verabscheuen, denn Food-Fotografie ist z.B. pingelig. Ich bin alles andere als pingelig, sondern eher ziemlich schusselig (Nicht wahr, Jana?). Dummerweise bin ich aber trotz und alledem eine kleine Perfektionistin. Nicht, weil ich alles perfekt hinbekomme, sondern es gerne perfekt hätte. Das klappt nie, aber das hindert mich nicht daran, es zu wollen. Im Glas befinden sich auf dem Foto plötzlich Wassertropfen vom Eingießen, die vorher nicht da waren. Ganz bestimmt nicht. Sie sind kaum zu sehen, stören mich aber trotzdem. Oder Flecken auf dem Teller. Die machen mich genauso wahnsinnig wie schief aufgehängte Bilder. Ich kann Unschärfe in Fotos besser ertragen als vollgekleckste Teller! Dabei kann ich mich im Alltag eigentlich durchaus mit Wollmäusen arrangieren, indem ich sie gekonnt übersehe.

    Das nächste, was ich eigentlich nicht mögen sollte, ist die Sache mit dem Dekorieren. Food-Fotografie lebt von Dekoration. Hier wird getüddelt, dort ein Schleifchen gebunden und die Möhre mal eben schnell in einen elegant geschwungenen Koi  verwandelt und die Accessoires dekorativst verteilt. Alles nicht mein Ding. Ganz ehrlich! Zu Hause mag ich es lieber schlicht. Ich mag keine Staubfänger, die herumliegen. Der hübsche Kerzenhalter, den mir Schwiegermama geschenkt hat, ist ein Graus – ich hasse Nippes. Die Teller, die wir im Alltag benutzen, sind noch aus der Studienzeit meines Mannes. Ich verabscheue den ausgeprägten 80er-Jahre-Charme, den diese Dinger versprühen, aber eigentlich ist es mir nicht wichtig genug, mir den Kopf darüber zu zerbrechen. Ja, und dann mache ich Food-Fotografie, wo alle diese Dinge plötzlich wichtig werden?

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    Essay: Welcher Fototyp bist du?

    Ab und zu, wenn ich Zeit habe, besuche ich Fotowebsites. Dabei ist mir aufgefallen, dass ausgesprochen selten jemand erklärt, wie er fotografisch vorgeht. Nein, es wird vielmehr stillschweigend vorausgesetzt, dass alle es gleich machen, dass es den einen richtigen Weg gibt. Dabei gibt es Unterschiede in der Vorgehensweise, je nachdem, ob ich eine künstlerische oder eine eher technische Fotoseite besuche.

    Die Techniker setzen voraus, dass man misst und zwar möglichst alles, was es zu messen gibt. Licht, Entfernung, Farbe. Die Künstler setzen voraus, dass man denkt und dies in seine Fotos integriert. Bei den Technikern ist es wichtig, was aus dem Kasten herauskommt, ebi den Küstlern, was im Foto an Inhalt drin ist.

    Bei beiden Gruppen würde ich mit meinen Fotos durch das Raster fallen. Zwar habe ich irgendwo, ganz, ganz weit im Hinterkopf vielleicht ein kleines Konzept, aber ich fotografiere nicht konzeptionell. Bei den Technikern würde ich als Knipserin belächelt werden, weil ich vielleicht mal das Licht messe, um meine Blenden richtig zu wählen. Und wenn ich mich mal verschätze – wozu gibt es denn Photoshop? Für beide Gruppen wäre ich eine Knipserin. Nur eine Knipserin.

    Aber kann man das so pauschal sagen? Wirklich? Sind wir denn nicht alle anders? Der eine mag Dosenbier, der andere Rotwein. Der eine findet ein Dinner bei Kerzenschein romantisch, der andere findet es kitschig. Der eine mag Teddybärchen mit kleinen Herzchen, der andere wendet sich grausend davon ab. Der eine mag Currywurst, der andere nicht. Der eine mag Jeans, der andere trägt lieber Anzug und Krawatte. Und so weiter. Wieso sollte es also bei allen unseren Unterschieden nicht auch unterschiedliche Fototypen geben?

    Jana beispielsweise ist der emotionale Typ. Sie legt sehr viel Wert darauf, Gefühl mit ihren Fotos zu vermitteln. Ich bin deutlich bodenständiger und nüchterner. Ich fühle weniger, wenn ich fotografierel, als dass ich analysiere: Wie ist das Licht? Was gefällt mir gerade an meinem Fotomotiv? Wie kann ich es am besten übermitteln? Ich lege mir kein großartiges Konzept zurecht und weiß auch oft nicht, was bei den Fotos hinterher herauskommt. Jana hingegen hat oft ein ziemlich genaues Bild im Kopf, das sie umsetzen will. Das liegt, wenn ich genauer darüber nachdenke, an unseren unterschiedlichen Herangehensweisen. Wenn sie eine Emotion, bzw. eine emotionale Fotografie umsetzen will, die den Betrachter berührt, muss sie natürlich vorher überlegen, wie genau sie das umsetzen kann, um diese emotionale Komponente zu vermitteln. Ich hingegen bin deutlich spontaner, mancher mag sagen: Verplanter. Ich beobachte, was vorhanden ist und suche mir ein Element, das mir gefällt. Ich überlege, was genau mir daran gefällt: Das Licht? Die Farbe? Die Kontur? Und versuche dann, dieses Element umzusetzen. Wenn ich allerdings hinterher die Ergebnisse betrachte, kann es durchaus passieren, dass mir ganz andere Sachen auffallen oder ich vergessen habe, was genau mir an meinem Motiv gefallen hat – vielleicht, weil es mir nicht gelungen ist, den Ausdruck zu treffen, vielleicht, weil ich es nun, in einigem Abstand, anders sehe. Daher kann ich nie genau sagen, was eigentlich am Ende herauskommt. Beides sind allerdings intuitive Herangehensweisen.

    Dann gibt es aber noch ganz andere Typen, die vollkommen unterschiedlich an die Fotografie herangehen. Die Techniker, die ich oben erwähnt habe, gehen, ganz klar, von ihrer Technik aus. Hier ist es wichtig, welche Kamera verwendet wird, welche Einstellungen verwendet werden, usw. Das Ergebnis ist insofern wichtig, als dass es genau die “richtigen” Einstellungen zeigt und das Bild (technisch) perfekt ist. Genauso rational gehen viele heran, die der künstlerischen Fotografie frönen, nur dass nicht die Technik stimmen muss, sondern der Inhalt. Hier ist es wichtig, dass ein Konzept umgesetzt wird, dass das Bild eine Aussage besitzt, bzw. die Intention des Fotografen genau zum Ausdruck gebracht wird. Diese Vorgehensweisen sind kaum noch intuitiv, sondern ganz vom Kopf bestimmt.

    Aber wer kann sagen, welches die Richtige ist? Wer kann mir Vorschriften machen, wie ich zu fotografieren habe? Das kann am Ende nicht funktionieren. Wichtig ist doch, dass wir alle unseren eigenen fotografischen Weg finden, mit dem wir glücklich werden können und der uns den größtmöglichen Spielraum für unsere eigene Fotografie verleiht. Oder wie seht ihr das?

    Um herauszufinden, welcher Fotografietyp du bist, haben wir für dich einen (nicht ganz ernstzunehmenden) Test ausgearbeitet.

    Make your own quiz at testedich.de

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