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Die faszinierende Welt der Fotografie

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    Essay: “Schau mir in den Sucher, Baby!” (Achtung: Klischees)


    Leise, leise… auf ultraleisen Sohlen schleicht der Jäger durch den dichten Busch. Schwer drückt die Last der Ausrüstung auf seinen Rücken. Er hat alles dabei, will er doch sicher gehen, dass die Jagd ein Erfolg wird. Noch herrscht die Dämmerung, doch schon in wenigen Minuten wird die Sonne aufgehen. Er eilt, ja, er fliegt geradezu durch die Landschaft, will er doch in Position sein, um seiner Beute im richtigen Licht aufzulauern und zu schiessen. Schon ist er da, in einer wunderschönen Lichtung, in der sich die aufgehende Sonne in den Myrriarden Tauperlen spiegeln wird und ein kleiner Bach glucksend und in vielen Windungen seines Weges fließt. Huscht dort ein Reh? Der Jäger legt sich in Position und geht in den Anschlag. Er zielt. Das Reh hastet in weiten Sprüngen tänzelnd über die Lichtung. Schon hat er das Ziel im Visier. Er fokussiert noch einmal und – Schuß!
    Hat sich eigentlich schon mal irgendjemand Gedanken über die Sprache in der Fotografie Gedanken gemacht? ich schon. Die hier geschilderte Geschichte könnte sich sowohl auf einer Jagd als auch auf die Fotografie beziehen. Fotografen schießen, zielen, anvisieren, drücken ab, machen Schnappschüsse und veranstalten Fotosafaris.


    Ich frage mich, ob durch die Fotografie vielleicht die Urinstinkte unserer männlichen Kollegen nach der Jagd befriedigt werden? Ging man(n) früher noch mit Pfeil und Bogen oder, später, mit Flinten auf die Jagd, so wird dies heute durch die Fotografie ersetzt. Eine schöne Theorie. Dafür spricht so einiges. Seit der Steinzeit, und auch heute noch bei einigen Urvölkern, gehört die Jagd nach gefährlichem Wild zu einem Mannbarkeitsritus. Männer gehen auf die Jagd. Seit der Steinzeit. Punkt. Nun ist es in unseren Breiten jedoch so, dass die Jagd über die Jahrhunderte durchaus erfolgreich war. Zu erfolgreich, denn es gibt kein gefährliches Wild mehr: Rhinozerosse, Elefanten und Bären sind in unseren Breiten ausgestorben und die Hasenjagd vermag nicht mehr wirklich zu beeindrucken. Und die Zivilisation kam dem Ganzen auch noch in die Quere. Es wird eben nicht mehr einfach so “scharf” vor der Haustüre gejagt.

    So hat man(n) es in unseren Tagen wirklich nicht mehr leicht, doch zum Glück gibt es ja die Alternative: Die Fotografie. Was für Frauen die Schokolade ist, ist für den Jäger im Manne die Fotografie. Und das Beste ist: Man(n) kann, wie beim Jagdsport, dem Ausrüstungs- und Aufrüstungswahn frönen. Die halbautomatische Schmeisser AR15-DMR wird durch das ebenso martialisch aussehende 500mm-Supertele ersetzt und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Ach, ja, noch einen Vorteil gibt es, den wir nicht unterschlagen wollen und der dezidiert für die “unblutige” Variante des Jagdsports spricht: Am heimischen Stammtisch kann man(n) die High-Tech-Ausrüstung vorzeigen, um seine Gesinnungsgenossen zu beeindrucken.
    Wie gesagt, dass ist eine schöne Theorie …. und vielleicht ist ja auch etwas dran.

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  • label20

    Essay: Wabi-Sabi und die Perfektion des Unperfekten

    Als ich vor einigen Jahren ein Kunstmuseum in Singapore besucht habe, war ich überrascht. Neben der ganz traditionellen Kunst – Bilder, Skulpturen und Fotografie – fand ich dort auch Teekannen und Schalen ausgestellt. Allerdings waren diese Teekannen und Schalen, die alle von einem modernen Künstler stammten, ganz anders als das, was ich erwartet hätte. Statt ebenmäßiger Perfektion, glatten Linien und geometrischen Formen sah ich Gegenstände, von denen mein Mann meinte, dass sie so aussähen, als seien sie von Vierjährigen zusammengematscht worden. Auf den ersten Blick stimmt das. Ich sah grobe, tönerne Schalen, unregelmäßig geformt und gefärbt. Alles sah dick und schwer aus, rustikal und bodenständig. Aber sie fesselten meinen Blick, ich betrachtete sie näher. Das, was so rustikal und einfach aussah, war es in Wirklichkeit nicht! Der Töpfer hatte es geschafft, seine Werke so zu gestalten, als seien sie aus der Natur gewachsen, so als hätte der Künstler die verborgene, natürliche Form hervorgelockt. Der Künstler hat diese Formen weniger als Schöpfer, sondern vielmehr als Medium der Natur hervorgebracht! Der rustikale Eindruck war vollste Absicht und ein Teil dieser Ästhetik. Ich bewunderte die Schalen zutiefst und sie waren das, was mir von dem Museum am nachhaltigsten in Erinnerung geblieben sind.

    An dieser Stelle bin ich mit Wabi-Sabi zum ersten Mal in Berührung gekommen, auch wenn ich damals nicht wußte, dass eine uralte ästhetische und philosophische Tradition dahintersteckte. Wabi Sabi ist ein Konzept, das der westlichen Idee von Kunst vollkommen diametral gegenübersteht. Die damalige Faszination ist auch heute noch vorhanden und daher war ich natürlich sofort begeistert, als Jana vorschlug, ein e-Book zum Thema Wabi-Sabi zu machen.

    Was ist Wabi-Sabi?

    Wie soll man Wabi-Sabi in kurze Worte fassen?

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    Essay: Was die Schwarz-Weiß-Fotografie für uns bedeutet. Teil 2: Susan

    Schwarz und Weiß

    Für mich?

    Wir haben hier im Magazin das ein oder andere Mal über die schwarz-Weiß-Fotografie geschrieben. Das eine Mal waren es Tipps zur besseren Schwarz-Weiß-Fotografie, das andere Mal ging es um die Umwandlung von digitalen Farbfotos. Schwarz-Weiß, das ist in der Fotografie-Szene mehr oder minder die Krone der Fotografie – wer Kunst machen will, muss sie eigentlich in Schwarz-Weiß machen. Viele Fine-Art-Fotografen, oder auch solche, die es sein wollen, rümpfen die Nase über die Farbe, denn sie ist ja so… farbig. Um ein schönes, altmodisches Wort zu verwenden: “Bourgeois”. Die Farbe ist das Gewöhnliche, das Plakative, das Allgegenwärtige, das jeder Knipser verwendet. Ernsthafte Fotografen verwenden das Schwarz-Weiß, das adelt die Fotografie, zeigt der Welt, dass man Fotografie kann. Ernsthaft. Schwarz-Weiß hat Gewicht in der Szene. Das wissen wir ja alle. Aber wie stehe ich persönlich dazu? Jana hatte ja schon vor ein paar Tagen ihre Meinung dazu geschrieben und jetzt mache ich mal weiter. Ich habe mich einige Zeit mit der Schwarz-Weiß-Fotografie auseinandergesetzt, versucht in Schwarz-Weiß zu fotografieren, doch… ich bin zu dem Schluss gekommen: Schwarz-Weiß? Ist nichts für mich. Zumindest jetzt, denn Fotografie ist natürlich kein statischer Zustand, sondern etwas, das sich entwickelt und verändert.

    Für mich persönlich ist die Schwarz-Weiß-Fotografie momentan nichts, bzw. eher selten eine Option,  z.B. in Porträts. Ich bin viel zu verliebt in die Farbe als dass ich bereit wäre, diese aufzugeben. Sicherlich bewundere ich schöne Schwarz-Weiß-Fotografien. Gerade bei Porträts liebe ich die Kontraste, die Konzentration auf den Ausdruck, die Betonung der Konturen des Gesichts, die durch das Weglassen von Farbe möglich ist. Ich liebe auch schwarz-weiße Landschaftsfotografie – sie ist eindringlich, sie konzentriert sich auf das Wesentliche. Aber – Schwarz-Weiß ist für mich immer linear, abstrakt und fern. Sie ist weniger sinnlich als Farbfotografie und gerade die Sinnlichkeit ist das Element, das ich nicht aufgeben will in meinen Fotos.

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  • label20

    Essay: Was die Schwarz-Weiß-Fotografie für uns bedeutet. Teil 1: Jana

    Schwarz-Weiß-Fotos schaue ich mir gerne an. Aber ich selber mache so gut wie nie welche. Als ich noch analog fotografiert habe, währe ich nie auf die Idee gekommen, mir einen s/w Film zu kaufen – heute scheue ich mich davor, meine RAW-Daten in Lightroom auf den Schwarz-Weiß-Modus umzustellen. Doch woher kommt meine Einstellung?

    Dazu muss ich 30 Jahre zurück in meine Kindheit gehen. In meiner Jugend gab es kaum Farbfilme zu kaufen und selbst wenn man einen kaufen konnte, war dann die Entwicklung in einem Fotofachlabor ein schwieriges Thema. Manchmal musste man Monate auf die Entwicklung warten, die dann für damalige Verhältnisse ausgesprochen teuer war. Selbst mein Vater, der sehr gerne mit seiner Praktica fotografiert hat, hat in seinem Dachboden-Labor so gut wie keine Farbfilme entwickelt. Vor ein paar Jahren habe ich ein Erinnerungsalbum aus dem Nachlaß meines Vaters erstellt und dabei festgestellt, dass in dem ganzen Album nur zwei Farbseiten vorhanden sind. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum ich die Farbfotografie bevorzuge.

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  • label20

    Essay: Über Gartenzwerge, Fotografie und Fotokunst

    “Gartenzwerge sind auch Kunst!” Den Satz pflegte mein Professor an der Uni in seinem Einführungsseminar zu predigen. “Gartenzwerge sind auch Kunst! Keine gute. Aber Kunst.” So der vollständige Wortlaut. Für meinen Professor war alles, was Menschen handwerklich anfertigen, Kunst. Wichtig für ihn war weniger, ob es sich überhaupt um Kunst handelt, sondern ob es sich um gute Kunst handelt. Die Gartenzwerge waren wahrscheinlich am untersten Ende der Skala anzusiedeln.

    Die Diskussion um das Wesen der Kunst und was Kunst überhaupt ist, ist übrigens eine endlose. Eine Antwort muss jeder wohl oder übel für sich selber finden, denn dazu gibt es ebenso viele Meinungen wie Köpfe. Unsere Frage heute betrifft aber eigentlich weniger die Gartenzwerge, sondern die Fotografie: Ist Fotografie Fotografie Kunst? Die Frage taucht doch unweigerlich auf, wenn ein Fotograf über Kunst nachdenkt. Es folgt nun keine hochwissenschaftliche, fundierte Betrachtung und Reflexion, sondern lediglich ein paar Gedankengänge zu der Frage.

    “Gewerbekunst ist das, was mit dem Ziel erschaffen wird, vielen zu gefallen und zu verkaufen.
    Kunst ist das, was der Künstler aus seinem Inneren heraus schafft, weil es ihm ein Bedürfnis ist sich auszudrücken, auch auf die Gefahr hin, dass es der Masse nicht gefällt.”

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